Biografie

Maria Apruzzese-Pittini

Maria Apruzzese-Pittini ist in Colonna (Rom) geboren und aufgewachsen. In Mittelitalien absolvierte sie nach dem humanistischen Gymnasium die Ausbildung als Primarlehrerin und widmete sich dem Fremdsprachenstudium an der Universität in Rom. Sie ist Autorin des Buchs 'Hier und dort', leben zwischen zwei Kulturen

Seit 1985 wohnt sie in Winterthur. Sie ist Mutter von drei Kindern und ist als Sprachlehrerin tätig. 

Maria Apruzzese-Pittini führt durch ihre in Oelmalerei gefertigten Werke in eine Welt des vertieften Betrachtens und der Reflexion, die gleichzeitig auch eine Welt des Strebens nach gedanklicher Durchdringung der Materie ist.

Die malerischen Motive stammen aus der Stillleben-, der Landschaft- und der Porträtmalerei. In manchen Bildern trachtet die Künstlerin danach, die Genres zu verbinden, so dass Landschaften anthropomorf belebt erscheinen können, andere hingegen zur Abstraktion oder sogar zum Sprengen von Grenzen neigen: in einigen Fällen beeindrucken die Spuren der Finger auf den noch frischen Farben, die davon zeugen, wie die Malerin förmlich in die Bildräume einzudringen versuchte. Ihre Bilderwelt erzählt von der Suche nach Ausgleich, was in der Wahl von kontrastierenden farblichen Akzenten zum Ausdruck kommt, aber sie zeugt auch vom Schaffen von Gedanken- und Gefühlsräumen, in denen Konstanz und Beständigkeit auf Vergänglichkeit und Augenblickbezogenes treffen. So werden Stillleben vor weite Landschaften gesetzt, oder Traumgestalten schweben über Marinebildern. Gegensätze in surrealer Manier treten auf, wenn Gesichter Risse aufweisen und stürmische Wolken über ruhige Meeresoberflächen fegen. Das Faszinosum des gegenwartsbezogenen Details im Gegensatz zum Bleibenden rührt von dem in den römischen Campagna verbrachten Kindheit und Jugend her, die sie einerseits in der Nähe zu Zeugnissen antiker Kultur wie in Rom und Pompeji, andererseits im von der Grossmutter religiös geprägten Alltag abseits vom Trubel der Grossstadt aufwachsen liess. Darüber hinaus fühlt sie sich durch die Werke von Künstlern wie Henry de Fantin-Latour und Felix Vallotton in ihrer Haltung bestärkt, das Momentane und Zeitbezogene zu monumentalisieren. Impulse aus der Gegenwartkunst werden reflektiert, so dass beispielsweise eine jüngst entstandene Stillleben-Serie auf Arbeiten der iranischen Fotokünstlerin Shirana Shahbazi reagiert.

Tiziana Carraro